Bereits im Jahre 2005 wurde im ganzen Stadtgebiet von Düsseldorf für eine "AIDA-Opernaufführung in der LTU-Arena geworben. Den Plakaten war zu entnehmen, dass es sich um ein Monumentalwerk handeln musste. Eine Kulisse, die an das alte Ägypten erinnert, mit über 600 Akteuren, Pferden, Kamelen, und einem Geier sollten den Innenraum füllen. Ein Feuerwerk würde das Spektakel abrunden. Bis weit in den Sommer 2006 sahen wir zwar die Werbung, wussten auch, dass einige unserer Freunde schon Karten bestellt hatten, aber für uns war eine Arena-Oper bis dahin kein Thema. Dass änderte sich aber an dem Tag, an dem ich bei "Antenne Düsseldorf" einen Aufruf hörte, dass die Veranstalter der Oper Statisten suchten. Diese Nachricht hörte ich am Donnerstag, am Samstag waren wir beim Casting in der Philipshalle. Nachdem das Team und die Oper vorgestellt worden waren, wurde mit den Damen und Herren jeweils eine Choreografie einstudiert und von der Regisseurin anschließend kritisch begutachtet. Jeder bekam einen Zettel mit einer Buchstaben/Zahlen-Kombination, die zusammen mit den persönlichen Angaben notiert wurden. Dann wurde uns mitgeteilt, dass wir im positiven Falle Post bekommen würden.

Aber auf diese Post warteten wir vergebens. Wir waren schon etwas enttäuscht. Aber dann hatten wir beide eine Mail in unserem Postfach, die uns stutzig machte. Sie kam von den Statistenbetreuern. Also kurz geantwortet und siehe da, wir gehörten zum Kreis der ausgewählten Statisten. Leider waren etliche Briefe nicht angekommen, darunter unsere. Um so mehr freuten wir uns auf die erste Probe. Viola hatte drei "Auftritte", erst war sie Dorfbewohnerin, dann in der Badeszene und anschließend Sklavin. Mich hatten sie den Soldaten zugeteilt.

Für mich begann alles schon am 17. August 2006, da ich als einer von zwei Gruppenleitern für unseren Soldatentrupp - S 11 - ausgewählt worden war. Den Gruppenleitern wurde der gesamte Ablauf am 17./18. 08. 06 vorab erläutert und unsere Aufgaben näher beschrieben. Mit reichlich Informationen und dem schriftlichen Ablaufplan der gesamten Aufführung ausgestattet, ging es am Samstag, den 19. 08. 06 richtig los. Alle Statisten trafen sich in der Philipshalle, die jeweiligen Gruppen fanden sich.

Die erste Woche wurde noch in der Philipshalle geprobt, wegen des Madonnakonzertes in der LTU-Arena. Bevor es losging, war ein Warm-up Pflicht. Und so machten sich Hunderte Statisten erst einmal warm.

Die Proben schritten voran und langsam zeigten sich erste Erfolge. Aber es war auch abzusehen, dass die zwei Wochen Vorbereitungszeit nicht zu knapp bemessen waren.

Es wurde in kleinen Gruppen geprobt,

es wurde in großen Gruppen geprobt.

Manchmal nur die Frauen,

dann nur die Männer.

Nach einer Woche durften wir dann endlich in der LTU-Arena weiterproben. Und Rian, unserer Regisseurin, war der Verzweiflung nahe. Was in der Philipshalle doch schon so gut aussah, war jetzt nur noch Mist. Ich denke, es lag einfach an den anderen Ausmaßen der Arena. Jeder musste sich neu orientieren, die Wege waren länger, in der Philipshalle probten wir auf Parkett, in der LTU-Arena erst auf nassem Rasen und dann auf Sand. Dadurch wurden auch alle Bewegungsabläufe anders.

Aber nachdem Rian einmal richtig Dampf abgelassen hatte, wurde konzentrierter weitergearbeitet. Unser Ehrgeiz war ( wieder ) geweckt. Wir waren bestrebt in Düsseldorf die beste "AIDA" zu zeigen. Das komplette Team stand uns dafür mit Rat und Tat zur Seite.

Auch die Arena verwandelte sich immer mehr in das Ägypten der Pharaonen.

Dann kam die Pre-Generalprobe. Da funktionierte schon alles recht gut. Und dann kam der große Augenblick der Generalprobe. Bis auf Kleinigkeiten gelang alles sehr gut. Und ein paar kleine Pannen sind bei einer Generalprobe ja fast Pflicht, um sicher zu gehen, dass dann die Premiere perfekt wird. Wir "Theatermenschen" sind halt abergläubisch. Und die Premiere war wirklich mehr als gelungen. Wir sind unserem Ziel, die beste "AIDA" zu zeigen, die je in einer Arena gespielt wurde, ziemlich nahegekommen. Das war auch die Meinung des Produzenten, der nur von der recht "mäßigen" Zuschauerzahl von etwas über 25.000 enttäuscht war.

Uns Statisten hat es megagut gefallen. Es ist schon ein unvergleichbares Erlebnis bei mehr als 25.000 Zuschauern, die begeistert applaudierten und der großartigen Musik von Verdi auf einer so grandiosen Bühne Teil einer imposanten Aufführung zu sein.

Ein Dank an das Team, dass dies alles ermöglicht hat.

Sollte sich die Gelegenheit ergeben und wieder Statisten gesucht werden, wären wir gerne dabei.